Ein natürliches Mittel gegen Blattläuse stellt die Florfliege dar. Der Florfliegenkasten hilft dabei, die kleinen Insekten im eigenen Garten anzusiedeln. 

Der Florfliegenkasten

Man erkennt einen Florfliegenkasten an seinen eingelassenen Lamellen und an seiner roten Signalfarbe. Diese lockt die kleinen Insekten nämlich an. Besonders groß muss ein Florfliegenkasten nicht sein, Abmessungen von ca. 20 x 20 x 30 cm Höhe passen an jeden Balkon und in jeden Garten hinein.

Der richtige Standort für den Florfliegenkasten

Wie die meisten Insektenhotels sollte auch der Florfliegenkasten in südlicher Richtung aufgehangen werden. Zwischen Südost und Südwest ist alles erlaubt. Wichtig wäre, dass der Eingang windgeschützt ist, daher bietet sich die Anbringung in oder unter einem Busch besonders an. Der Florfliegenkasten sollte mindestens 150 cm über dem Boden angebracht werden.

Die beste Farbe für einen Florfliegenkasten ist rot

Um die Florfliege anzulocken und die neue Bleibe schmackhaft zu machen ist es von Vorteil, wenn der Florfliegenkasten rot angemalt wird. Florfliegen scheinen den roten Farbton besonders anziehend zu finden.

Einen Florfliegenkasten bauen

Mit wenig Aufwand kann man seinen Florfliegenkasten selber bauen. Dies bietet zum Einen den Vorteil, dass man die Nisthilfe nach seinen Wünschen anpassen kann. Auf der anderen Seite ist die Do-it-Yourself Variante auch eine tolle Beschäftigung mit Kindern, die Spaß an Natur und Handwerk haben.

Benötigtes Material:

  • Holzbretter (Hartholz)
  • Schrauben
  • Holzleim- und biologischer Lack
  • Dachpappe, Blech oder ein weiteres Brett als Dachüberstand
  • Stroh oder Holzwolle als Füllmaterial
  • Rote Farbe (Bio-Lasur)

Benötigtes Werkzeug:

  • Akku-Bohrmaschine
  • Stichsäge oder Holzfräse
  • Hammer, Stechbeitel und Zwingen
  • Schleifpapier

Zunächst wird die Vorderseite bearbeitet. Dazu werden mit der Fräse mehrere waagerechte Schlitze in das Holz gezogen. Danach werden die Kanten abgeschliffen und das Holz mit der roten Farbe angestrichen.

Nun werden die anderen Bretter der Boden, die Seiten und Rückwände mit dem Eingang verschraubt. Bevor das Dach aufgesetzt wird füllt man das Florfliegenhaus mit Stroh oder Holzwolle. Sofern der unterste Schlitz zu tief angebracht wurde, kann man mit ein wenig Gitterdraht das Stroh am Herausquillen hindern.

Der Florfliegenkasten sollte zu wenigstens 1/3 mit der isolierenden Füllschicht (Stroh oder Holzwolle) befüllt werden. Jetzt nur noch den Deckel drauf und fertig ist das Florfliegenhaus.

Etwa alle 2-3 Jahre kann man die Verschraubung lösen, das Florfliegenhaus säubern und neues Füllmaterial einfüllen.

Weitere Tipps zum Florfliegenkasten Bauen:

  • Ösen zum Aufhängen nicht vergessen.
  • Handwerklich geschickte können statt Fräsen auch Lamellen bauen.
  • Das Füllmaterial macht es der Florfliege im Winter schön warm und kuschelig.

Die Florfliege ist ein natürlicher Schädlingsbekämpfer

Blattläuse und Milben sind ein großes Ärgernis. Statt auch Chemikalien zurückzugreifen kann man der Florfliege bzw. der Larve ein Zuhause bieten. Diese freut sich auf das reichhaltige Nahrungsangebot und wird sich über Blattlaus und Milbe hermachen.

Florfliegen (Chrysopidae), die auch als Goldaugen bezeichnet werden, wurden nach der gewebeartigen Struktur ihrer Flügel benannt. Über 2.000 verschiedenen Arten sind bekannt, 35 davon leben auch bei uns in Mitteleuropa.

Die Florfliegen in Deutschland erreichen eine Flügelspannweite von 6-35 Millimetern und ihre Körper sind hierzulande grün oder braun. Sie ernähren sich liebend gerne von kleinen Insekten und Milben und das bereits im Larvenstadium. Die Larve wird daher auch als Blattlauslöwe bezeichnet und zählt zu den beliebtesten biologischen Schädlingsbekämpfern überhaupt. In Deutschland ist die Gemeine Florfliege am häufigsten anzutreffen.

Florfliegen kaufen

Wer akuten Bedarf an Florfliegen hat, kann diese ganz bequem online kaufen. Meist erhält man Florliegen Larven in Mengen zw. 100 und 500 Larven. Florfliegen sind sowohl bei Amazon, in Baumärkten wie Obi oder im Fachhandel erhältlich. Sie werden in Pappwaben versendet, damit die Tiere sich nicht schon während des Transports gegenseitig auffressen.

150 Florfliegen Larven reichen für ca. 10 m² Fläche, die von Milben und Blattläusen befallen ist. Sobald sie geliefert wurden können sie ganz einfach über dem befallenen Pflanzenbestand ausgeklopft werden.

Als nachtaktive Tiere geht das gefräßige Treiben dann erst in der Dämmerung los. Die auf diese Weise bestellten Florfliegen verrichten ca. 2-3 Wochen lang ihren Dienst bevor sie sich verpuppen. Nach weiteren 2 Wochen schlüpft die erwachsene Florfliege, die sich jedoch dann von Nektar und Honigtau ernährt.

Wer dauerhaft auf den Einsatz von Florfliegen und ihren Larven hofft schafft eine Möglichkeit zur Überwinterung, zum Beispiel durch den Kauf eines Florfliegenkasten.

Ein Kampf mit der Natur – Florfliegen und Ameisen

Florfliegenlarven essen für ihr Leben gerne Blattläuse. Allerdings haben die kleinen Blattläuse einen mächtigen Verbündeten an ihrer Seite: Die Ameise. Die beschützt die Laus nämlich, da sie den Kot der Laus – den Honigtau – benötigt. Man spricht in der Natur von einer Symbiose der beiden Arten, da beide Tiere voneinander partizipieren bzw. einen Nutzen haben. Diese Kooperation von Blattlaus und Ameise macht es mitunter schwieriger für die Florfliegenlarve ihre Arbeit zu verrichten, da Ameisen sehr wehrhafte und gut organisierte Soldaten sind.