Der Hummelkasten (auch Hummelburg oder Hummelhotel genannt) wird im Garten oder auf dem Balkon aufgestellt und bietet den heimischen Hummelköniginnen Platz um ihr Hummelvolk sicher groß zu ziehen.

hummelkasten
Die Hummel ist faszinierend. Um den Tieren zusätzlichen Lebensraum zu schaffen, kann ein Hummelkasten und entsprechende Pflanzen in Garten und Balkon helfen.

Werden die Kästen von den Tieren gefunden, werde sie meist gut angekommen und bieten dem einjährigen Hummelstaat einen tollen Unterschlupf.

Ein Hummelkasten ist recht platzsparend unterzubringen und zudem preiswert.

Zwar sind Hummeln in Deutschland geschützt, dennoch werden es von Jahr zu Jahr weniger Tiere. Und das, obwohl sie unheimlich fleißig und liebenswert sind. Sie arbeiten fast rund um die Uhr und fliegen bis zu 1.000 Blüten an.

Einen Hummelkasten kaufen

Wer einen Hummelkasten kaufen möchte, sollte diesen Artikel vorher bis zum Ende lesen. Denn der Kasten unterscheidet sich in vielen Punkten von Insekten- und Bienenhotels. Eine gute Wahl trifft man mit Kästen, die auf dem Boden aufgestellt werden, ein Wachsmottensperre besitzen und ein vorstehendes Dach besitzen. Zudem sollte Lüftungslöcher vorhanden sein.

Den Hummelkasten selber bauen

Ein Hummelkasten ist schnell selbst gebaut. Insbesondere wenn handwerkliches Geschick und eine Grundausstattung an Werkzeugen vorhanden ist geht es schnell und preiswert, denn viel muss nicht gemacht werden.

Im Kern benötigt die Hummel einen Nistplatz, der über ein Loch erreichbar ist und in etwa die Größe eines Schuhkartons hat. Mehr Platz ist nicht nötig, da je Hummelkasten nur ein Hummelvolk mit einer Hummelkönigin darin leben wird.

Zwei tolle Bauanleitungen für Hummelkästen findet man hier.

Welche Hummelarten kommen zu Besuch?

Es sind rund ca. 40 Hummelarten in Deutschland bekannt. Leider kommen in Ballungs- und Siedlungsgebieten jedoch nur noch 7 Arten regelmäßig vor. Umso wichtiger ist es, dass Naturschutz vor der eigenen Haustüre, bzw. im Garten oder auf dem Balkon beginnt.

  • Ackerhummel
  • Helle Erdhummel
  • Dunkle Erdhummel
  • Steinhummel
  • Baumhummel
  • Gartenhummel
  • Wiesenhummel

Sind Hummeln für den Menschen gefährlich?

Hummeln sind von Natur aus sehr friedfertige Tiere, die sich gut mit Menschen vertragen. Ihnen gelüstet nicht nach unseren Nahrungsmitteln und stechen werden sie nur bei einer Bedrohungslage.

Was Hummeln nicht mögen:

  • Anpusten
  • Erschütterungen am Hummelkasten, z.B. durch Rasenmähen
  • Ruckartige Bewegungen

Vermeidet man die angeführten Punkte, steht einem friedlichen Miteinander nichts im Wege. Hummeln können übrigens mehrmals stechen, da ihr Stachel nicht abbricht.

Welche Hummeln wohnen in der Hummelburg?

Besonders häufig trifft man bei uns die Baumhummel, die Ackerhummel und die Erdhummel an.

Die Ackerhummel dürfte in Deutschland am weitesten verbreitet sein. Sie fühlt sich eigentlich überall heimisch und ist nicht wählerisch bei der Standortwahl. Die Baumhummel ist ebenso im Flachland wie im Hochgebirge zuhause und lebt, meist oberirdisch, in allen möglichen Höhlungen. Auch die Erdhummel ist noch zahlreich von Nord- bis Süd anzutreffen.

Wie siedelt man eine Hummel im Hummelkasten an?

Nur ein geringer Teil der Hummelkästen wird tatsächlich ohne weiteres zutun bewohnt. Daher kann man die Ansiedlung von vorn herein in zwei Teile unterscheiden, dem passiven und dem aktiven Ansiedeln von Hummeln.

Passives Ansiedeln

Ab Februar kann man den Hummelkasten an einer geschützten Stelle aufstellen. Hummelköniginnen suchen ihre Umgebung nach dem letzten Frost nach möglich Nistplätzen ab und finden mit Glück auch ihre aufgestellte Hummelburg. Nach eingehender Besichtigung und einem Orientierungsflug wird sie mit der Besiedlung beginnen.

Aktives Ansiedeln

In der Zeit von Ende Februar bis Mitte April kann man eine suchende Hummelkönigin auch mit dem Kescher einfangen und in das vorher präparierte Hummelhotel einsetzen. Hier ist schon etwas Geschick und Kenntnis gefragt um das aktive Ansiedeln richtig durchzuführen.

Hummeln füttern – So geht´s

Die kleinen dicken Brummer haben einen besonders hohen Energieverbrauch. Daher ist es für die Hummel wichtig, in der näheren Umgebung passende, natürliche Nahrungsquellen vorzufinden. Ideal sind gute Pollen- und Nektarpflanzen, wie z.B. Sonnenblume, Krokus, Schlüsselblume, Akelei, Gartenrittersporn, Erbse, Bohne, Senf, Lauch, Beerenpflanzen (Brombeere, Himbeere, Johannisbeere, Stachelbeere) und Obstbäume wie Kirsche, Apfel, Birne, Pflaume und Mirabelle. Aber auch Wildpflanzen, allen voran Löwenzahn, Wiesensalbei, Fetthenne Disteln, Dost, Kornblume und verschiedene Klee Sorten bieten der Hummel reichhaltige Abwechselung. Zudem können Hecken- und Rankpflanzen, wie Schneeball, Holunder, Weißdron, Liguster, Blauregen, Waldrebe, Efeu und Geißblatt im heimischen Garten als Nahrungsquelle für die Hummel dienen.

hummel fuettern
Die Hummel lässt sich einfach füttern. Sie greift auf ein umfangreiches Pflanzenangebot zurück. Hier eine Hummel im Lavendel.

Tipp: 

Um der Natur hier ein wenig nachzuhelfen kann man einen umgedrehten Legostein in oder an den Hummelkasten stellen. Der Legostein wird mit einem Zucker-Wasser-Gemisch gefüllt.

  • 1 Teil Haushaltszucker
  • 1 Teil Fruchtzucker
  • 2 Teile Wasser

Weitere praktische Tipps zum Schutz der Hummel

  • Heimische Pflanzen machen den Garten oder Balkon nicht nur schön. Sie dienen auch als Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln. Daher beim nächsten Pflanzenkauf auf Kräuter, Sträucher und heimisches Gehölz achten.
  • Steingärten zerstören den Lebensraum der Insekten. Dabei sehen Wildwiesen wunderschön aus. Auch übergroße Rasenflächen erzeugen Monokultur und bieten unseren Insekten wenig Lebensraum.
  • Hummelkästen sind preiswert und ein großer Spaß, nicht nur für Kinder. Warum nicht auch eine Hummelburg verschenken und andere für das Thema begeistern?

Der richtige Standort für den Hummelkasten

Egal ob gekauftes Hummelhotel oder ein selbstgemachter Hummelkasten, die Wahl des Standortes ist entscheidend für das eigene Vorhaben.

Ein Platz im Halbschatten ist ideal. Bekommt der Hummelkasten stets pralle Sonne ab, wird er als Nisthilfe nicht akzeptiert werden. Bei Temperaturen ab 39°-40° Grad Celsius im Innenraum wird es für die aktiven Hummeln tödlich.

Der Eingang sollte außerdem bodennah sein, das gilt für Garten und Balkon gleichermaßen.

Besonders wichtig:

Wurde der Hummelkasten einmal bezogen, darf er nicht mehr verrückt oder woanders aufgestellt werden. Die Hummeln merken sich quasi blind, wo der Eingang zur Niststätte ist. Schon ein Verrücken um wenige Zentimeter verwirrt die Tiere.

Was passiert nach einem Jahr? – Kann der Hummelkasten erneut genutzt werden?

Das Hummelleben ist kurz. Im Frühjahr beginnt das Leben, im Herbst sterben alle Hummeln ab. Alle? Nicht ganz, denn die begattete Jungkönigin überwintert um im nächsten Frühling ihr Volk zu gründen.

Der Hummelkasten kann daher im Winter gefahrlos gesäubert und für den nächsten Frühling präpariert werden. Neue Hummelwolle und Kleintierstreu werden eingesetzt und wenn nötig kleine Reparaturarbeiten vorgenommen.

Häufig erinnert sich die Jungkönigin an ihre Aufzuchtstätte und kehrt gerne zurück, um ihr eigenes Volk dort groß zu ziehen.

Was gibt es noch zu beachten?

Der Hummelkasten sollte mit einer Klappe vor dem Eindringen von Wachsmotten geschützt werden. Sie sind Überträger vieler Krankheiten und in der Lage ein Hummelvolk in der Entwicklung empfindlich zu schädigen.

Alternativen zum Hummelkasten

Wer zusätzlich oder alternativ auch anderen Insekten ein zuhause bieten möchte, kann sich folgend weitere Informationen anschauen: